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Dualer Bachelor-Studiengang Logistik

13. Mai 2019 Tauschen Hörsaal gegen Logistikzentrum

Studierende des dBL (dualer Bachelor Logistik) besichtigen Amazon Logistikzentrum in Frankenthal

dBL Studierende im Amazon Logistikzentrum in Frankenthal

Diesen Montag trafen sich die Studierenden unseres dualen Bachelor Logistik nicht wie sonst im Hörsaal unserer Hochschule sondern strömten gespannt mit ihrem Dozenten Prof. Wolfgang Müller in das neue Amazon Logistikzentrum in Frankenthal. Um ERP, Enterprise resource planning, geht es sonst in der Vorlesung, also um Softwarelösungen, die es ermöglichen die betrieblichen Ressourcen wie Kapital, Personal, Kommunikationstechnik etc. für die Prozesse des Unternehmens wirtschaftlich optimal zu steuern.

Mit diesem Hintergrundwissen beobachteten die Studierenden aufmerksam die Abläufe des im Sommer 2018 eröffneten Amazon-Zentrums. Hier arbeiten derzeit auf 50.000 Quadratmetern 1.000 MitarbeiterInnen. Vor Weihnachten kann die Zahl bis zu 1.500 MitarbeiterInnen ansteigen. Schwerpunkt des Zentrums ist die Lagerung und Verteilung von Kleingegenständen, wie Spielsachen, Kosmetik oder Medientechnik.

Täglich liefern ca. 200 LKWs die Ware an, die eingescannt und zwischengelagert wird. Nach der Anlieferungszone im Erdgeschoss führte die Amazon-Mitarbeiterin die Gruppe in den ersten Stock zum Lagerbereich. Hier sortieren die Mitarbeiterinnen die Produkte wie auf ihrem Bildschirm vorgegeben in 32.000 gelbe Regale ein, die von vier Seiten erreichbar sind und in viele kleine Fächer aufgeteilt sind. Das Besondere ist, dass diese Regale mit quadratischem Grundriss auf Robotern in dem Lager vollautomatisch zirkulieren. Aus diesen Regalen werden für die Bestellungen wiederum die Gegenstände entnommen und über Fließband ins Erdgeschoss zum Versand befördert.

Hier konnte unsere Gruppe erfahren, dass der Versand zwischen Singlepack, also ein Produkt in einer Verpackung, und Multipack, mehrere Waren in einer Verpackung, unterschieden wird. Auch erläutert die Software am Bildschirm den MitarbeiterInnen, welche Verpackung für den gerade eingescannten Gegenstand zu verwenden ist und gibt eventuelle Besonderheiten durch. Eine Etikettier-Maschine versieht die Pakete anschließend vollautomatisch mit den Empfängerdaten- und dem Kurierdienst-Etikett.

Besondere Aufmerksamkeit weckte bei unseren angehenden Logistik-Fachkräften die zwischen diesen verschiedenen Bereichen direkt vor Ort angesiedelten Steuerungsbereiche. An beeindruckenden 6 bis 8 verbundenen Bildschirm-Flächen überblickt das Steuerungsteam sämtliche Abläufe und Prozesse gefilmte Bereiche und digitalen Prozessanzeigen in Echtzeit, sorgt für den reibungslosen Ablauf oder steht für Fragen der Bereichsmanager zur Verfügung.

An jeder Ecke stehen Automaten, aus denen MitarbeiterInnen kostenlos Sicherheitshandschuhe und andere Hilfsmittel entnehmen können. Auch für Getränke, Pausenzonen und Sicherheit ist überall gesorgt.

Nach dieser Erfahrung werden die Studierenden die Inhalte der nächsten Vorlesung sicher ganz anders nachvollziehen können.