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Dualer Bachelor-Studiengang Logistik

16. Mai 2018 15.05.2018: Verschwendung erkennen – Wertschöpfung schaffen

BVL Regionalgruppe Mittelrhein/Mosel lud in Kooperation mit der Hochschule Ludwigshafen zum LeanLog Planspiel bei der Trierer Hafengesellschaft ein

Trier/Ludwigshafen 16. Mai 2018. Was ist gerade in der Logistik wichtiger als Abläufe so umzugestalten, dass Ressourcen wie Zeit, Personal, Energie oder Geld effizienter genutzt werden. Welche Methoden man hierfür aus dem Lean Management nutzen kann, konnten gestern Gäste der BVL – teils aus Luxemburg und Holland angereist - und Studierende der Hochschule Ludwigshafen anhand des Planspiels LeanLog live erleben. Volker Klassen, BVL Regionalgruppensprecher und Geschäftsführer der Trierer Hafengesellschaft, und Sabine Scheckenbach, Professorin der Hochschule Ludwigshafen, hatten hierzu am Trierer Hafen eingeladen. „Unsere Studierenden sollen die Herausforderungen verschiedenster Logistikbereiche vor Ort erfahren. Dies hilft ihnen die Logistik als Ganzes zu begreifen und das Wissen im Hörsaal und Ausbildungsunternehmen anzuwenden.“ betont die Studiengangleiterin der Kooperativen Studiengänge Logistik die Bedeutung solcher Exkursionen.

Trierer Hafen: Trimodal für die weite Welt

Zur Begrüßung erläuterte Klassen mittags am Hafenkai den Studierenden des dualen Bachelor Studiengangs Logistik die Bedeutung des Hafens. Vielen war neu, dass erst 1956 die Schiffbarmachung des Flusses von Deutschland, Frankreich und Luxemburg, die zwölf Jahre zuvor noch Kriegsgegner waren, im Moselvertrag beschlossen wurde. Seit seiner Eröffnung 1965 trieb die Gesellschaft den Hafen kontinuierlich voran. Heute ist er Drehscheibe des Waren- und Güterumschlags zwischen der Region und den Häfen Antwerpen, Rotterdam und Zeebrüggen. Veränderungen der regionalen Wirtschaft und im Gütertransport erforderten Umgestaltungen: Es wurde der Straßen- und Schienenanschluss ausgebaut, ein trimodaler Containerterminal eröffnet, das Hafenbecken und die Umschlagsflächen vergrößert. Noch steht der Getreidespeicher im Hafen, der früher für die Landwirtschaft bedeutend war. „Wir müssen die Strukturen schaffen, die die Unternehmen für einen effizienten Umschlag und Transport benötigen. Daher ist das Thema Lean und der Austausch mit werdenden und erfahrenen Logistikern wichtig für unsere weitere Entwicklung.“ erklärt Klassen sein Engagement für die heutige BVL-Veranstaltung.

Kleine Änderungen – große Wirkung

Nach einem Mittagsimbiss führte Dozent Jörg Priese, Geschäftsführer von Priese Consulting, in das Setting des Planspiels ein und verteilte das Publikum auf zwei Gruppen, die im Folgenden im Wettbewerb stehen sollten. Aufgeteilt auf verschiedene Stationen eines Produktionsprozesses von Kundenauftrag bis Produktauslieferung erledigte jeder ‚Mitarbeiter‘ seine Aufgabe. Gegen Ende des ersten Durchgangs kam durchaus Hektik auf und einzelne Stationen versanken im Chaos. Bei der Auswertung fiel auf, dass die Aufträge teils nicht beim Kunden ankamen oder fehlerhaft waren. Jeder hatte jedenfalls erfahren, dass das System nicht ‚rund‘ lief. Hier setzte Jörg Priese bei der Analyse und Erklärung des Lean Gedankens an. Es ginge dabei darum, die Verschwendung von Ressourcen zu erkennen und durch Änderung der Abläufe die Wertschöpfung zu optimieren. Dies sei durch einen optimalen Fluss und fortwährende Verbesserung (Kaizen) der Prozesse möglich. Anhand seines Hafenmeister Prinzips erklärte er, wie allein durch die Umverteilung des Personaleinsatzes die Verweildauer der Schiffe im Hafen und somit Kosten für die Reederei deutlich verringert werden können.

Auch Kaizen: Bildung von Fachkräften

Nachdem beide Gruppen in einem kurzen Brainstorming die Abstimmung ihrer Prozesse optimiert hatten, fielen die Ergebnisse in der Schlussanalyse durchaus besser aus. Beide Gruppen waren nun im Plus und hatten unterschiedliche Aspekte verändert. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich aus solch einem Planspiel so viel lernen kann. Außerdem hat es richtig Spaß gemacht.“ fasste eine Studentin die Erfahrung auf der Rückfahrt zusammen. Während drei Jahren wird sie im dreimonatigen Wechsel studieren und im Ausbildungsunternehmen arbeiten. So bereitet sie sich mit ihren ca. 20 Mitstudierenden auf einen kaufmännischen Ausbildungs- und den akademischen Bachelorabschluss vor. Wenn gewünscht, können die Studierenden eine Auslandspraxisphase oder ein Auslandssemester einschieben. Wie Philipp Loos, der duale Student und Mitarbeiter der Hafengesellschaft Trier, der derzeit in Texas (USA) bei einem Logistik Dienstleister Erfahrungen sammelt. Auch die Ausbildung junger Fachkräfte gehört zu Kaizen und erhöht die Wertschöpfung eines Unternehmens.